mediaForum 2026

Digitale Souveränität

Am 20. April 2026 stand beim mediaForum 2026 an Lahn und Dill ein Thema im Fokus, das Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gleichermaßen betrifft: Digitale Souveränität. Eingeladen hatte Christian Bernhard, Vorsitzender des Vereins media Lahn‑Dill e. V.

In seinen Begrüßungsworten machte er deutlich, wie vielschichtig Digitalisierung heute ist: Chance und Risiko, Wettbewerbsfaktor und Abhängigkeit zugleich. Die entscheidende Frage sei längst nicht mehr, ob wir digital sind – sondern wie selbstbestimmt wir mit Daten, digitalen Prozessen und KI‑Modellen umgehen. Digitalisierung und Cybersicherheit seien dabei zwei Seiten derselben Medaille.

Den politischen Blick auf das Thema brachte Henri Schmidt, MdB und Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung sowie stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss, ein. In seinem Impuls stellte er die Frage, wie Staat und Verwaltung wieder handlungsfähiger werden können und wie Unternehmen spürbar entlastet werden. Bürokratie, langsame Entscheidungsprozesse und fehlende Alternativen zu bestehenden Systemen seien reale Herausforderungen. Sein Appell an die Unternehmen:

➡️ Abhängigkeiten erkennen
➡️ Cybersicherheit ernst nehmen
➡️ Eigene Prozesse kennen – und Verantwortung übernehmen

Wie konkret digitale Abhängigkeiten heute aussehen, zeigte Ingo Düppe, Geschäftsführender Gesellschafter der CROWDCODE GmbH & Co. KG, im zweiten Vortrag. Zahlen machten deutlich, wie stark deutsche Unternehmen und Behörden auf internationale Anbieter angewiesen sind. Sein zentrales Credo: Erst den tatsächlichen Bedarf klären – dann die Architektur bauen.
Nicht jede Anwendung müsse ein bestimmtes Produkt sein, entscheidend sei die Funktion. Abhängigkeiten seien oft bequemer – aber langfristig deutlich teurer. Eine zentrale Frage dabei: Wie schnell können Unternehmen ihre Anbieter wechseln und jederzeit auf ihre eigenen Daten zugreifen?

Die anschließende aktive Fragerunde zeigte, wie groß das Interesse und die Betroffenheit im Publikum waren. Digitale Souveränität wurde klar als strategische Notwendigkeit verstanden – politisch wie wirtschaftlich.

Zum Abschluss brachte Christian Bernhard die Diskussion auf den Punkt:
Digitale Souveränität bedeute nicht Abschottung, sondern bewusste Kooperation, überprüfbare Lösungen und strategische Entscheidungen.

Fotos: (c) Sylvia Bierwirt

 

Lesen Sie hier den Presenachbericht der WNZ vom 25. April 2026:

Cybersicherheit in der Region
Wie sicher ist die heimische Wirtschaft an Lahn und Dill vor digitalen Angriffen und was bedeutet das für die Firmen? Darüber haben Experten in Dillenburg gesprochen.

Link zum Artikel im E-Paper:

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